Eigentlich wollte ich nie so einen Blogpost schreiben. Denn jedes Brautpaar darf seine Prioritäten anders setzen und auch hat jede Hochzeit sein Budget. Darüber kann und darf ich nicht urteilen. Aber trotzdem möchte ich euch heute einen kleinen Apell im Bezug auf eure Hochzeitsfotos verfassen.

“Liebe Anna, herzlichen Dank für dein Angebot. Leider müssen wir dir absagen. Meine Freundin hat auch eine Spiegelreflexkamera und angeboten unsere Hochzeit zu fotografieren…“

Schade denke ich mir da (und das nicht aus geschäftlicher Sicht). Tja und nicht selten bekomme ich dann ein Jahr später eine Anfrage für ein After Wedding Shooting, weil das mit den Bildern dann doch nicht so gut geklappt hat.

 

„So viel ging spurlos an ihnen vorbei.“

Eine Braut hat zum Beispiel diese Woche ihre Bilder abgeholt. Dabei meinte sie, dass sie den Tag immer noch nicht so ganz realisiert haben. So viel ging spurlos an ihnen vorbei. Sie hat nicht mal wahrgenommen wie die Dekoration in der Kirche aussah.

Natürlich macht Freundin Bettina vielleicht auch ganz tolle Fotos. Aber wie oft hat sie es schon gemacht? Noch nie? Einmal? Auf wie vielen Hochzeiten war sie privat? Vor dem Gottesdienst begrüßt sie vielleicht doch lieber alle Bekannten anstatt die Dekoration in der Kirche zu fotografieren. Und beim Fest selber war es beim Karl am Tisch doch viel lustiger als alle Gäste mal auf ein Bild zu bannen. Überhaupt war das auch nicht so einfach in der dunklen Location zu fotografieren und auf was es dem Brautpaar wirklich ankam, das wusste sie gar nicht so genau.

Ja der Satz ist nicht der neuste aber so wahr: die Blumen verwelken, die Torte wird verspeist, der Tag vergeht wie im Flug aber was am Schluss bleibt sind die Hochzeitsfotos. Spart bitte nicht am falschen Ende! Sogar mein lieber Bruder, der nicht so viel Wert auf Bilder legt – und auf meine Frage „wer macht eure Hochzeitsfotos?“ antwortete „haja irgendwer wird schon ein paar Fotos machen.“ – gab am Ende zu, dass er sehr froh war, dass ich den Tag fotografiert habe.

Was ich auch sehr interessant finde ist die Tatsache, wie wenig ein Brautpaar vom eigenen Hochzeitstag mitbekommt. Klar, man muss für all seine Gäste da sein, Tanzen, Einlagen usw. Ich sehe es als meine Aufgabe das auf Bild zu bannen, was das Paar nicht mitbekommt. Das fängt schon beim Getting Ready an. So sieht der Bräutigam, wie es am morgen bei der Braut zuging und umgekehrt. Das muss doch spannend sein! Oder in der Kirche…da sitzt das Brautpaar mit dem Rücken zur Menge. Das die kleine Maja sich in den Gang gelegt hat oder Onkel Karl ein Nickerchen gemacht hat, sehen die zwei nicht. Auch nicht, wer ein paar Tränen der Rührung vergossen hat. Solche Momente ziehen sich durch den ganzen Tag.

 

Wichtig ist auch, dass ein erfahrener Hochzeitsfotograf auf alle Eventualitäten vorbereitet ist. Ich möchte für meine Brautpaare ein Fels in der Brandung, ein Ruhepol sein und helfen wo ich nur kann. Ich müsste mal zählen wie viele Hochzeiten ich inzwischen fotografiert habe aber ich denke es sind über 100. Dabei weiß ich, wie man auch aus schwierigen Situationen gute Fotos machen kann. Auch können meine Paare von meiner Erfahrung bei der Planung profitieren: ob Tipps zum Zeitplan, Dienstleister-Empfehlungen usw.

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