Lange habe ich überlegt, ob ich diese Reise mit euch teilen soll, aber das Land mit seiner atemberaubenden Natur ist einfach zu schön um euch dies vorzuenthalten. Und damit starte ich auch eine neue Rubrik auf meinem Blog mit dem Namen „Travel Diary“.

“If it scares you, it might be a good thing to try.”

Ein bisschen arg „scared“ war ich, als ich Mitte Februar im Zug nach München saß. Ich bin ein Planer aber diesmal hatte ich nix geplant. Nach dem Motto „kommt eh anders im Leben als man denkt“ wollte ich mir diese Mühe sparen. Auf einen Zettel hab ich dann während der Zugfahrt noch eine etwaige Route notiert und mir aufgeschrieben, was ich unbedingt sehen/machen möchte. Zwei Tage vor Start hatte ich mir schon mal ein Hostel in Christchurch gebucht. Los ging es! Reise nach Neuseeland
Circa 30 Stunden später landete mein Flugzeug am anderen Ende der Welt – in Christchurch. Natürlich musste ich sofort die Stadt erkunden. Christchurch ist eine ganz nette Stadt. Die Auswirkungen des Erdbebens vor Jahren sind noch überall sichtbar. Das ist krass. Besonders gefallen hat mir als Naturliebhaber der botanische Garten und Sumner Beach!
ChristchurchChristchurch New Zealand
Abends im Hostel ging es dann an die Reiseplanung. Lake Tekapo sollte der erste Stop sein – tja nur leider waren alle Unterkünfte voll. Okay dann Mount Cook – wieder negativ. Es war kaum möglich eine bezahlbare Unterkunft zu bekommen. Ich ging ehrlich gesagt davon aus, dass 2 Tage vorher ausreichen würde. Falsch gedacht, Anna. Da dachte mich mir zum ersten Mal…scheiße, hättest du doch deinen Führerschein dabei. Auch die Bus Infrastruktur ist gut aber ich dachte, dass es mehr Verbindungen gibt.

Einzige sinnvolle Option war es dann einen Tag später Richtung Süden nach Dunedin zu fahren. Ich nahm den Bus und war während der Fahrt echt geflasht. Bildete ich mir das nur ein, weil ich aus dem grauen Winter in Deutschland kam oder waren diese Farben wirklich so wunderschön? Das türkis des Wassers! Dieses Grün! Sandfarben! Einfach nur wunderschön!

Ich bin kein großer Fan von Neuseelands Städte. So war auch Dunedin ganz nett und ich bin kurz durch spaziert und dann doch lieber an den Strand gefahren.

Beach in Dunedin New Zealand

Durch einen glücklichen Zufall war dann am darauffolgenden Tag meine Mobilität hergestellt, weil es von da an mit dem Van weiterging. Was für ein wunderbarer Wink des Schicksals und die beste Entscheidung, denn mit dem Bus ist man einfach sehr eingeschränkt. Ich dachte auch, dass es vielleicht mehr Shuttle gibt zu interessanten Punkten aber auf 4 Rädern ist man eindeutig am besten unterwegs. Hätte ich mal besser auf Freunde gehört, die schon in Neuseeland waren.

Mit einem Delfine auf einer Welle zu schwimmen oder sich von ihnen einkreisen zu lassen…diese Momente werde ich nie vergessen!

Der nächste Tag begann mit Tunnel Beach in Dunedin gefolgt von dösenden Robben bei Jacks Blowhole und endete mit einem der eindrucksvollsten Punkte in Neuseeland – schwimmen mit Delfinen in Curio Bay. Wer nach Neuseeland kommt – macht unbedingt Halt in Curio Bay! Schon vor meiner Abreise hat mir mein Reisebegleiter davon erzählt. Aber Curio Bay – ganz im Süden? Und was gibt es denn da sonst noch? Die meisten kürzen ab und fahren direkt rüber ins Fjordland. Außerdem dachte ich mir, man muss schon ganz schön viel Glück haben, dass die wilden Delfine einfach so an den Strand kommen.

Als wir am Camping Platz ankamen war es nicht sonderlich warm und es begann zu regnen. Beim Checkin wurde uns schon gesagt, dass die Delfine da sind! WHAAATTT? Gleich hier am Camping Platz Strand? Aber puhhh ist es nicht viel zu kalt? Zur Sicherheit doch mal den Bikini angezogen aber ich dachte nicht, dass ich wirklich in das 15 Grad kalte Wasser gehe. Aber da waren sie! Ganze zwei Sekunden überlegt und rein ins Wasser. Mit einem Delfine auf einer Welle zu schwimmen oder sich von ihnen einkreisen zu lassen…diese Momente werde ich nie vergessen! Durchgefroren gab es danach gleich mal eine Hot Shower (zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, wie rar warme Duschen während meiner Reise noch werden) und einen nächtlichen Spaziergang vorbei an Pinguinen zu einem versteinerten Wald. Das ist Neuseeland!

Tunnel Beach in Dunedin Tunnel Beach New Zealand Tunnel Beach

Die erste Nacht im Van war überraschend angenehm und als ich morgens aus dem Autofenster gespitzelt habe und den Sonnenaufgang und das Meer sah, wusste ich, dass ich diese Art zu reisen liebe.

Am nächsten morgen waren die Delfine übrigens wieder da – alsoooo nochmal rein ins eiskalte Wasser! Das Wetter lies zu wünschen übrig und so haben wir die Wanderung zu den Waipohatu Waterfalls im Regen gemacht. Aber Regen im Regenwald ist gar nicht so schlimm.

Waipohatu Waterfalls

Später riss es doch noch auf und wir haben uns entschieden gleich zum Camping Platz zu fahren. Die nächste Lieblingsgeschichte hat sich hier ereignet. Wir haben einen kleinen Spaziergang am Strand gemacht. Dabei ist leider mein Flip Flop gebrochen und an einer stelle an der es ziemlich über Stock und Stein ging, hatte ich keine Lust mehr und haben mich lesend an einen Strand gesetzt. Beinahe hätte ich verpasst, dass ich Besuch bekommen habe. Mr. Pinguin nämlich. Der watschelte fröhlich neben mir her. Und Pinguin-Gang ist wirklich eines der süßesten Dinge, die ich je gesehen habe. Die machen immer so einen Hüpfer als wären sie sehr happy.

Pinguin

Was macht Neuseeland so besonders?

  • Neuseelands Farben sind der Hammer!
  • Die Tierwelt Neuseeland ist toll! Wir durften Delfine, Robben, Seelöwen, Kea und Pinguine in der freien Wildbahn erleben!
  • Am einen Tag blickst du auf die verschneiten Berge und ein paar Tage später stehst du in der Südsee! Die Landschaft ist so abwechslungsreich!
  • Generell ist die Natur einfach so schön. So satt, unberührt, sauber, ursprünglich.
  • Sonnenuntergänge von denen man nie genug bekommen kann.
  • Der Sternenhimmel ist atemberaubend.
  • Mega leckeres Fish and Chips 😉
  • Und zuletzt: die Dichte der öffentlichen Toiletten ist bemerkenswert!

Weiter ging es am nächsten Tag mit dem südlichsten Punkt der Südinsel – Slope Point und Waipapa Point sowie über Invercargil weiter nach Westen.

Neuer Tag – neue Abenteuer. Dieser Tag begann mit der Limestone Cave. Einer teils sehr schwer zugänglichen Höhle in der es Glühwürmchen geben soll. Auf eigenen Faust haben wir die diese Höhle durchwatet. Leider waren wir so mit dem Kraxeln beschäftigt, dass wir keine Glühwürmchen gesehen haben. Trotzdem richtig cool. Hiervon gibt es logischerweise keine Bilder. Nächster Stop war Te Anau mit Mittagspause am Lake Te Anau. Von dort aus wurde gewandert. Richtig schöne Wanderung durch einen „Hobbit“-Wald zum Rainbow Reach (Teil des Kepler Track).

Te Anau Lake Rainbow Reach TrackRainbow ReachTe Anau

Milford Sound hat mich am nächsten Tag leider enttäuscht. Es wird angepriesen als magischer Ort. Am Vortag haben wir noch einen Deutschen am Camping Platz getroffen, der vor gar nicht mehr aufhörte über diesen Ort zu schwärmen…keine Ahnung. Müsst ihr wohl selber rausfinden ;). Die Fahrt dorthin ist lang und mühsam um dann dort eine von zig (teueren) Bootstouren zu unternehmen. Joooahh und am Ende ist es dann doch nur ein Fjord und ich finde kein sehr beeindruckender.

Weiter ging es in meine absolute Lieblingsgegend! Queenstown! Das ist die Extremsport-Stadt von Neuseeland. Hier kann man alles machen…Fallschirm springen, Bungee, Paragliding oder was es sonst noch so gibt. Aber das ist nicht mein Highlight dieser Gegend. Es ist die Landschaft. Wunderschön blaue Seen treffen auf verschneite Berge und grüne Wälder! Diese Farben!

Dieses Schwebegefühl, diese Ruhe und natürlich auch diese Aussicht!

Auf meiner wanna-do Liste für Neuseeland stand Paragliding. Ich wollte das schon länger machen doch fehlte mir der Mut. Angst hatte ich immer noch total. Am Abend vorher war ich schon so nervös aber es war eine ganz tolle Erfahrung. Dieses Schwebegefühl, diese Ruhe und natürlich auch diese Aussicht!

Unweit von Queenstown befindet sich Wanaka. Die Wanderung zum Roys Peak wollte ich unbedingt gehen. Ich empfehle euch gleich morgens loszugehen, denn der steile Weg befindet sich in der prallen Mittagssonne. Durch eine Straßensperrung konnten wir erst gegen 10/11 starten. Für mich war dies einer der schönsten Orte, die ich in meinem Leben bisher sehen durfte. Ich denke, die Bilder sprechen für sich.

Die nächsten 1,5 Tage war Reisepause angesagt. Dieser verbrachten wir am Lake Hawea in der Nähe von Wanaka. Essen, in der Sonne liegen, ein bisschen Wein trinken, Schwimmen, mit den Nachbarn ratschen. Muss auch mal sein.

Im Anschluss ging es weiter die Westküste hoch. Den Franz Josef Gletscher mussten wir leider im strömenden Regen anschauen. Gut das ich dachte „so viel wird es schon nicht regnen…da reicht die Softshell“. Es ist eh ganz lustig denn alles, was ich in Neuseeland geshoppt habe war: Regenjacke, Thermounterwäsche, Pullover, FlipFlop und einen Schlafsack. Ich hätte nicht erwartet, dass es auch im Sommer in manchen Gegenden recht kalt und sehr nass werden kann.

Vor allem kann ich nicht nach Hause gehen ohne den wunderschönen Sternenhimmel in seiner vollen Pracht zu sehen.

Inzwischen ist der 27.2. und ich bin bereits 2 Wochen unterwegs. Noch wurden nicht alle meine wanna-see Punkte auf meiner Liste erfüllt. Vor allem kann ich nicht nach Hause gehen ohne den wunderschönen Sternenhimmel in seiner vollen Pracht zu sehen. Oft habe ich Nachts nochmal den Kopf aus dem Van gesteckt und von meinem Nebenan zu hören, dass das noch nicht der berühmte Himmel ist. Je weiter man nach Norden kommt desto wärmer wird es dann auch wieder. Gott sei Dank denn so langsam hatte ich genug von kaltem Wind. Vor allem Abends konnte es sehr kalt werden. Daher lagen wir meist gegen 10 im Bett.

Nächster Stop – Pancake Rocks!

pancake rocks

Golden Bay sollte unser nächster Halt sein. Im Regen fuhren wir weiter Richtung Norden nach Motueka. Hier stoßen wir wieder auf „Road Closed“. Das machen die Neuseeländer gerne: Straßen sperren. Wobei es in diesem Fall mal wirklich notwendig war. Während meiner Reise wurde Neuseeland erneut von einem Zyklon erfasst. Zu der Zeit waren wir im Fjordland und außer einer Nacht mit wackelndem Van vom Wind blieben wir verschont. Golden Bay aber hatte es sehr stark erwischt und die Straße zum Takaka Hill wurde so gut wie weggeschwemmt. Richtig krass sah das aus! Gott sei Dank war es zwei Mal täglich erlaubt die Straße zu nutzen. Also hieß es anstehen bis wir über den Hügel ins Golden Bay einfahren konnten. Nach schlechtem Wetter hat uns diese schöne Gegend mit einem traumhaften Tag am Farewell Spit (dem nördlichsten Punkt der Insel) belohnt.

Wettertechnisch war die Reise ein auf und ab, es war sehr wechselhaft und wir hatten verhältnismäßig viele Regentage. Auch der drauf folgenden Tag war verregnet. Nach ein wenig Rainy-Sightseeing sind wir zur erlaubten Zeit wieder über den Takaka Hill nach Motueka. Hier durften wir dann noch einen Tag am Strand entspannen denn für die Folgetage hatten wir geplant den Great Walk – den Abel Tasman Coast Track zu gehen.

Traumhaft schön – Abel Tasman Coast Track

So ganz sicher war ich mir nicht, ob ich wirklich Lust auf den Track hatte. Die Wettervorhersage war etwas unsicher. Im Regen wandern und dann auch noch zelten? Hinzu kam, dass wir ein 12 Dollar Billigzelt hatten. Sollte es also regnen wussten wir, würde auch das Zelt nichts bringen. Naja einen Rückzieher wollte ich dann doch nicht machen…

Also ging es los – mit 9 Kilo Gepäck. Essen und Zelt musste selbst mitgetragen werden. Wasser gab es mind. 1x täglich an Auffüllstationen oder wir nutzten eine Chlortablette zum reinigen.

Abel Tasman Coast Track Abel Tasman Coast Track Abel Tasman Great Walk NZ Abel Tasman national Park

Schon die erste Etappe war wunderschön. Unglaublich, dass man vor ein paar Tagen noch schneebedeckte Hügel bewundert hat und sich jetzt fühlt, als wäre man in der Südsee. Die Collage zeigt den ersten „Camping Platz“ – der Strand. In einem Zelt am Strand schlafen! Keine Ahnung wie oft man das in seinem Leben tut, aber ich hatte das noch nie getan. Mega schön! Hinzu kam, dass an diesem Strand insgesamt ca. 10 Menschen waren. Gedanklich denke ich mich wirklich oft an diesen Strand und an diesen Moment zurück.

Der Abel Tasman Coast Track ist wirklich total schön zu laufen und für jeden machbar. Es gibt ab und zu ein paar Anstiege aber ansonsten geht es ganz moderat durch den Wald. Man genießt tolle Ausblicke. Kann in natürlichen Pools baden oder Pause am Strand machen. Sehr empfehlenswert!

Am nächsten Tag war es dann soweit. Die Sterne waren da!

„You don’t always need a logical reason for doing everything in life. Do it because you want to: because it’s fun; because it makes you happy. „

Tag 3 im National Park. Der Rucksack wurde leichter und das Essen weniger. Heute war die längste Etappe geplant. Relativ Flott waren wir an dem Punkt an dem wir auf die Ebbe warten mussten um ans andere Ufer zu kommen. Ich glaube um 13 Uhr waren wir dort und für 18 Uhr war Ebbe vorhergesagt. Also erstmal in den Sand gelegt, geschlafen, geschwommen und das Leben genossen. Abenteuerlich wurde es dann bei der Überquerung, denn es war einfach immer noch viel Wasser durch das man waten musste. Ich haben dann immer sehr viel Angst um meine Kamera. Was, wenn ich in Stolper? Wir sind aber heil angekommen.

Einstieg ins Boot war tricky und die Fahrt selber war eher ein Rollercoaster Ride als eine Bootsfahrt

Ein weiteres Abenteuer lies nicht lange auf sich warten: die Überfahrt zurück nach Motueka. Ein Wassertaxi haben wir im voraus gebucht. Leider regnete es am morgen und der Wellengang war sehr krass. Einige Bootsfirmen haben den Service an diesem Tag eingestellt. Unsere zum Glück nicht, aber wir mussten uns auf eine abenteuerliche Überfahrt gefasst machen. Schon der Einstieg ins Boot war tricky und die Fahrt selber war eher ein Rollercoaster Ride als eine Bootsfahrt. Tja – aber ich glaub auch das ist Neuseeland!

Und schwups ist auf einmal der 8.3. – am 11.3. ging mein Flugzeug zurück nach Hause. Mit dem Van ging es noch weiter nach Nelson (lecker Weinprobe!) und in die Marlborough Sounds und weiter nach Picton. Dann musste ich Van Johnny und seinem Fahrer auf Wiedersehen sagen. Für die beiden ging es auf die Nordinsel und für mich zurück nach Christchurch.

Abschied nach 4 Wochen Abenteuer

Ich glaube ja daran, dass einem das Schicksal oft auf die Sprünge hilft. So auch auf meinem Rückflug. Ich hasse Fensterplätze im Flugzeug. Ich sitze immer am Gang. Beim Online Checkin konnte ich den Platz nicht wählen und wurde auf einen Fensterplatz gebucht. Tja und wisst ihr wieso? Neuseeland wollte sich von mir mit der eindrucksvollsten Aussicht aus dem Flugzeug verabschieden. Außerdem konnte ich so noch den Mount Cook von oben sehen. Danke Neuseeland! Danke für die wunderschöne Zeit! Danke für Ruhe pur, Abenteuer, lachen bis die Tränen fliesen, sich einlassen auf das völlig fremde und vieles mehr.

You need to travel far enough to find yourself…

Was ich auf dieser Reise gelernt habe:

  • Hab ein bisschen mehr Vertrauen in das Leben / das Schicksal!
  • Jede warme Dusche ist ein Privileg
  • Wie wasche ich mich in einem See 😉
  • Weniger ist mehr!
  • Die Wunder der Natur sind das Schönste was unsere Erde zu bieten hat!
  • Wenn du etwas willst – tu es einfach!

Mehr Details gibt es nur gegen Wein auf meinem Balkon. Haha :)!!

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